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gesundheit-heute.de » Krankheiten | Therapie » HNO, Atemwege und Lunge » Erkrankungen von Lungenfell, Rippenfell und Lungengefäßen: Ursachen, Symptome und Therapie

Lungenödem



Häufigkeit

Lungenödem: Ansammlung von Flüssigkeit im Lungenzwischengewebe oder in den Lungenbläschen. Die häufigste Ursache sind Herzkrankheiten, allen voran die chronische Herzinsuffizienz. Aber auch durch Nierenerkrankungen, Lungenembolie, allergischen Schock oder Schadstoffe wie z. B. Reizgase kann ein Lungenödem entstehen. Je nach Ausmaß des Ödems reichen die Beschwerden von erschwerter Atmung über starke Atemnot bis hin zum Schock. Die Prognose hängt von der zugrunde liegenden Erkrankung ab.

Leitbeschwerden

 

  • Schnelles Atmen, Husten
  • Rasch zunehmende Atemnot
  • Schaumiger Auswurf.

Wann zum Arzt

Am selben Tag, wenn bisher unbekannte Atembeschwerden oder schaumiger Auswurf beim Abhusten auftreten.

Sofort den Notarzt rufen, wenn rasch zunehmende und schwere Atemnot und/oder Schockzeichen (Herzrasen, Kaltschweißigkeit, Angst) auftreten.

Die Erkrankung

Bei intakten Gefäßwänden der Lungenkapillaren tritt fast keine Flüssigkeit in die Umgebung aus. Durch folgende drei Mechanismen kann dieser Normalzustand gestört sein:

  • Der Blutdruck in den feinen Lungenkapillargefäßen ist erhöht, weil das Blut aus den Lungenvenen nicht mehr vollständig ins linke Herz zurückfließen kann und sich zurückstaut. Als Folge wird Wasser aus den Blutkapillaren ins Lungenbindegewebe gepresst. Das ist die häufigste Ursache für ein Lungenödem und dahinter steckt fast immer eine Linksherzinsuffizienz, verursacht durch einen Herzinfarkt, eine Herzmuskelentzündung, eine Bluthochdruckkrise oder einen Herzklappenfehler.
  • Der kolloidosmotische Druck (onkotischer Druck) ist herabgesetzt: Dieser wird von den Eiweißen (Proteinen) im Blut aufrechterhalten: Im Blutgefäß befindet sich normalerweise viel mehr Eiweiß als außerhalb des Gefäßes. Da Wasser immer der höchsten Konzentration an Molekülen folgt, bewirkt die hohe Eiweißkonzentration innerhalb des Blutgefäßes, dass die Flüssigkeit dort gehalten wird. Ist der Eiweißgehalt im Blut nun erniedrigt, sinkt auch der kolloidosmotische Druck und Wasser tritt aus den Gefäßwänden. Dies geschieht z. B. bei Lebererkrankungen und akutem Nierenversagen.
  • Das Lungengewebe „saugt“ vermehrt Wasser aus den Lungenkapillargefäßen: Dies geschieht z. B. beim Beinahe-Ertrinken im Salzwasser, denn wenn Salzwasser in die Lungenbläschen gelangt, ist der Salzgehalt dort höher als im Blut. Wasser wandert wieder automatisch dorthin, wo die höhere Konzentration an Teilchen, hier also an Salzkristallen, vorliegt: in die Lungenbläschen – ein Lungenödem entsteht.
  • Auch stark allergische Reaktionen, Reizgase, Magensaft, der in die Lunge gelangt ist, oder eine Heroinüberdosis können über Entzündungsprozesse zum Lungenödem führen.

Das Lungenödem beginnt im Lungenbindegewebe, setzt sich aber dann in die Lungenbläschen fort. Im fortgeschrittenen Fall kommt es in den Lungenbläschen durch die Vermischung der eiweißreichen Ödemflüssigkeit mit der Atemluft zur Schaumbildung, was die Atmung stark beeinträchtigt. Schlimmstenfalls kommt es zum Atemstillstand.

Das macht der Arzt

Diagnosesicherung. Bei weniger ausgeprägten Lungenödemen können die körperliche Untersuchung (starke Luftnot im Liegen mit flachem Oberkörper) und apparative Untersuchungen wie Röntgenthorax, Echokardiografie und Labortests zunächst Auskunft über die Grunderkrankung geben.

Therapie. Mit lindernd wirkenden Maßnahmen kann schon im häuslichen Umfeld begonnen werden: den Betroffenen sitzend lagern – dies lindert innerhalb von Minuten die Luftnot. Ist der Patient im Krankenhaus angekommen, verordnet der Arzt v. a. Medikamente, die die Harnausscheidung fördern (Diuretika wie z. B. Fusoremid, Lasix®). Mit speziellen Medikamenten zur Herzkräftigung und Blutdrucksenkung sowie durch Sauerstoffgabe (eventuell auch durch künstliche Beatmung) wird versucht, die Lebensgefahr abzuwenden. Wurden Reizgase inhaliert, kommen Sprays mit Kortison zum Einsatz.

Selbsthilfe bei Höhenlungenödem

Wer sich im Gebirge auf über 3000 m Höhe aufhält, kann an einem Höhenlungenödem erkranken. Ab dieser Höhe erhöht sich der Druck im Lungenkreislauf, was für viele Menschen unproblematisch ist – sie merken den leichten Druckanstieg nicht einmal. Vor allem bei sehr raschem Aufstieg in große Höhen ist der Druckanstieg so abrupt, dass Blutplasma in die Lungenbläschen gedrückt wird. Dadurch wird die Sauerstoffaufnahme behindert, es kommt zu Atemnot und Atemgeräuschen und die Leistungsfähigkeit ist stark eingeschränkt.

Hier hilft nur der Abstieg oder Abtransport in Richtung Tal um mindestens 1 000 Höhenmeter nach unten.


30.09.2008 | Von: gesundheit-heute.de; Kristine Raether-Buscham


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