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Redaktion apotheken.de » Blut, Krebs und Infektionen
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Unreines Essen verdirbt den Urlaub


Lebensmittelinfektionen häufigste Reiseerkrankung


Nicht nur in Deutschland gilt es momentan, auf eine gründliche Lebensmittelhygiene zu achten. Auch wer in Europa Urlaub macht, sollte vorsichtig sein. Ansonsten drohen ihm Durchfall und Fieber oder Reisegelbsucht. Darauf macht der Berufsverband der Deutschen Internisten (BDI) aufmerksam.

Hygiene im Urlaub unverzichtbar

Immer wieder infizieren sich Reisende durch Essen mit gefährlichen Darmerregern wie E.-coli-Bakterien, Salmonellen, Camylobacter und Noroviren. Wie eine Studie des europäischen reisemedizinischen Netzwerks ergab, geht jede dritte Reiseerkrankung auf den Verzehr verunreinigter Lebensmittel oder Getränke zurück. „Daher gilt es, besonders auf die Hygiene zu achten und insbesondere Obst, Gemüse und Salate vor dem Verzehr nochmals gründlich zu reinigen“, rät Thomas Löscher, Reisemediziner vom BDI. „Getränke sollten original verschlossen sein und auf Eiswürfel sollte verzichtet werden, wenn es sich nicht um abgekochtes Wasser handelt“, empfiehlt Löscher weiter.

Besondere Vorsicht bei Reisen in den Süden

Vorsicht ist vor allem in östlichen und südlichen Ländern Europas wie Spanien, Italien oder der Türkei geboten. Dort herrschten oft schlechtere hygienische Verhältnisse als in Deutschland, warnt Löscher. Wer in einem dieser Länder Urlaub macht, sollte Obst generell schälen und auf rohes Gemüse und nicht durchgegartes Fleisch oder Fisch verzichten. Trinkwasser sollte nur aus original verschlossenen Flaschen getrunken werden. Zudem schade es nicht, die Hände und das Schälwerkzeug zwischendurch immer mal wieder zu reinigen – das halte die Keime in Schach und verringere die Ansteckungsgefahr.

Gefahr miese Muscheln

Auch Meeresfrüchte-Liebhaber sollten vorsichtig sein. Denn in Mies- und Venusmuscheln oder Austern können Hepatitis-A-Viren lauern, die Erreger der so genannten Reisegelbsucht. Wer im Urlaub nicht auf Meeresfrüchte verzichten will, sollte daher über eine Hepatitis-A-Impfung nachdenken. Löscher empfiehlt diese Vorsichtsmaßnahme für den gesamten Mittelmeerraum. Die Impfung sollte zwei Wochen vor Reisebeginn erfolgen und nach sechs bis zwölf Monaten aufgefrischt werden. Dann schützt sie für mindestens zehn Jahre. Eine Hepatitis-A-Impfung kostet rund 230 Euro. Manche Kassen übernehmen diese Kosten jedoch, wenn die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts sie für das jeweilige Land empfiehlt. Erkundigen Sie sich also am besten bei Ihrem Arzt und Ihrer Krankenkasse.


07.06.2011 | Von: Redaktion apotheken.de; Dr. nat. med. Anke Kopacek


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